Berliner Senat finanziert mit seinem Projekt – BIGFAM – Mediationen für bedürftige Familien

Als erstes Bundesland hat Berlin ein Projekt gestartet, um auch bedürftigen Familien die Teilnahme an einer Mediation zu ermöglichen.

Bereits seit 2012 ist gesetzlich geregelt, dass Familienrichter bei Streitigkeiten über den Umgang, die elterliche Sorge, den Aufenthalt der Kinder oder  die Herausgabe eines Kindes die Eltern verpflichten können, an einem kostenlosen Informationsgespräch über Mediation oder einer sonstigen Möglichkeit der außergerichtlichen Konfliktbeilegung teilzunehmen. Leider führte diese gesetzliche Regelung aber nicht zu der erhofften Zunahme von außergerichtlichen Streitbeilegungen.

Zum einen ist es für die Richter schwierig, Anlaufstellen zu finden, die solche kostenlose Informationsgespräche speziell über das Verfahren der Mediation durchführen. In Berlin entstand daher die Berliner Mediationszentrale e.V. aus einer Kooperation des Arbeitskreises Mediation des Berliner Anwaltvereins , des Bundesverbands Mediation (BM) , der Bundesarbeitsgemeinschaft für Familienmediation (BAFM) und der Beratungsstelle Zusammenwirken im Familienkonflikt (ZiF).  Sie vermittelt in ganz Berlin erfahrene Familienmediatoren, die zum einen kostenlose Informationsgespräche über Mediation durchführen, als auch sich daran anschließende kostenpflichtige Mediationen.

 Es zeigte sich aber, dass finanziell bedürftige Familien, die durchaus Interesse an einer Mediation gehabt hätten, durch die für sie nicht tragbaren Kosten davon abgehalten wurden, eine Mediation zu versuchen. So blieben als Ansprechpartner die Jugendämter und die freien Träger der Jugendhilfe, die oft schon im Vorfeld des gerichtlichen Verfahrens beratend eine Lösung der Konflikte versucht hatten.

Das Berliner Pilotprojekt BIGFAM, gefördert durch die Berliner Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz, stellt nun finanzielle Mittel bereit, um Eltern, die beide Verfahrenskostenhilfe bekommen, und sich bereits in einem gerichtlichen Verfahren befinden, die Teilnahme an einer Mediation zu ermöglichen. Initiiert wurde das Projekt von den beiden Vereinen  “Berliner Mediationszentrale e.V.” und “Zusammenwirken im Familienkonflikt e.V.”. Eine wissenschaftliche Begleitung des Projekts soll die Auswirkungen einer solchen Förderung untersuchen, zum Beispiel

  • die Nachhaltigkeit von Mediationsvereinbarungen
  • die Zufriedenheit der Eltern und damit
  • die Verbesserung der Lebensqualität der Kinder, aber auch
  • eine Entlastung der Gerichte.

Die Voraussetzungen für eine Teilnahme an diesem Projekt finden Sie unter big-familienmediation im Internet. Interessierte Eltern, aber auch alle sonst am Konflikt Beteiligten, wie Anwälte, Sozialarbeiter oder Jugendämter können sich direkt telefonisch an BIGFAM wenden unter 030-86395815.