Kleine Gespräche erhalten die Partnerschaft

Einelange und glückliche Beziehung ist keine Selbstverständlichkeit. Sie erfordert immer wieder Aufmerksamkeit und Interesse für den Partner. 

Lernt man sich neu kennen, kann man meist nicht genug vom anderen erfahren. Jeder erzählt von sich, seinen Wünschen und Plänen für die Zukunft. Diese Offenheit für den anderen beizubehalten, ist nicht einfach. Die alltäglichen beruflichen und familiären Anforderungen lassen wenig Zeit für ausführliche Gespräche. Kleine Unstimmigkeiten, die nicht geklärt werden, nehmen zu und können sich in Vorwürfen entladen, die den anderen oft überraschen. Gelingt es nicht, sich in Ruhe auszusprechen, besteht die Gefahr, dass man sich entweder frustriert zurückzieht oder versucht in hitzigen Debatten den anderen zu überzeugen. Manche Beziehung rettet sich noch über die Zeit der Kindererziehung hinweg. Sind die Kinder aus dem Haus, stellt sich dann die Frage, wie es weitergehen soll.

  • Passen wir noch zusammen?
  • Was verbindet uns?
  • Gibt es gemeinsame Aktivitäten?
  • Warum können wir nicht mehr miteinander sprechen?
  • Was weiß ich von dem anderen?

Manchmal fällt es schwer, Zeit und Ruhe zu finden, um über grundsätzliche Themen zu sprechen. Hilfreich ist es, wenn man eine festgelegte Zeit vereinbart, die für ein gemeinsames Gespräch freigehalten wird.

Oft müssen Paare wieder neu lernen, miteinander und nicht gegeneinander zu reden. Zum Dampf ablassen oder um sich mal aussprechen zu können sind Freunde manchmal wichtiger geworden als der Partner. Das kann sehr hilfreich sein, aber auch dazu führen, dass Schwierigkeiten in der Beziehung immer weniger zur Sprache kommen. Es ist ja auch viel angenehmer, Trost und Verständnis bei der besten Freundin oder dem Freund zu bekommen, als wieder einen Streit vom Zaun zu brechen oder auf Desinteresse zu stoßen. Auf Dauer aber führt kein Weg an einem Gespräch mit dem Partner vorbei, wenn man nicht einfach nebeneinander her leben möchte.

Findet man alleine keinen Weg, um die Beziehung zu verbessern, sollte man daran denken, Hilfe von außen zu holen. Ehe- oder Familienberatungen werden von den verschiedensten sozialen Einrichtungen angeboten. Auch eine Paar- oder Familientherapie ist eine Möglichkeit, wenn zwischen den Partnern tiefgreifende Probleme entstanden sind. Der Gedanke, sich von anderen hineinreden zu lassen oder gar „therapieren zu lassen“, kann aber den einen oder anderen auch davon abhalten, Hilfe zu suchen.

In diesem Fall kann Mediation eine sinnvolle Alternative sein. Oft müssen die Partner lernen, wieder unvoreingenommen zuzuhören und Themen offen zu besprechen. Hilfreich ist hier ein Blick von außen. Eingefahrene Verhaltens- und Gesprächsmuster können von einem professionellen Dritten erkannt und bewusst gemacht werden. Um das Verständnis zu fördern, leisten Mediatoren „Übersetzungsarbeit“ und helfen, den jeweils anderen besser zu verstehen. Eine Beratung oder gar Therapie zu bestehenden Problemen, erfolgt aber nicht. Gelingt es den Beteiligten, sich wieder zuzuhören und aufeinander einzugehen, können Sie selbst herausfinden, was sie in ihrer Beziehung verbessern oder ändern wollen.